Wildlebende Honigbienen brauchen alte Bäume mit Höhlen und strukturreiche Wälder. Darüber schreiben Raphaèle Piaget, Vorstand und Projektleitung bei FreeTheBees, und Frank Krumm von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL im Artikel «Die Honigbiene im Wald: ein kleines Wildtier mit grosser Wirkung», erschienen in der Schweizerischen Zeitschrift für Forstwesen.
Der Beitrag beschreibt die Honigbiene als Teil des Waldökosystems. Eine im Artikel zitierte Studie schätzt, dass in Europa nur noch rund 20 Prozent der Honigbienenvölker wild leben. Der Rückgang setzte vermutlich schon im 19. Jahrhundert ein, lange vor der Ankunft der Varroamilbe in den 1980er-Jahren.
Der Artikel zeigt auch, was dagegen hilft. Seit dem Projektstart 2021 wurden über 400 wildlebende Völker gemeldet. Im selben Zeitraum sind 180 künstliche Baumhöhlen entstanden, bei 67 davon wurde eine Nutzung festgestellt. Getragen wird das Projekt von über 180 Freiwilligen.
Dass diese Fragen in einer forstwissenschaftlichen Zeitschrift Platz finden, freut uns besonders. Der Waldbau entscheidet mit darüber, ob die Honigbiene als Wildtier in der Schweiz eine Zukunft hat.
Erschienen in Ausgabe 5/2026 zum Schwerpunkt «150 Jahre Forstpolizeigesetz». Abstract und Artikel auf szf-jfs.ch.
Sechs Monate nach Erscheinen wird der Beitrag dauerhaft frei zugänglich sein.

Wildlebendes Honigbienenvolk in einer Baumhöhle im Wald, Foto: Walter Ackermann