Imkermethodik – FreeTheBees

Imkermethodik

Imkermethodik nach FreeTheBees

Wie wir Bienen halten, bestimmt ihr Wohlbefinden, ihre Anpassungsfähigkeit und letztlich ihr Überleben.
Doch lange Zeit fehlte eine klare Systematik, um verschiedene Imkermethoden zu vergleichen oder einzuordnen. Begriffe wie naturnah, wesensgemäss oder artgerecht wurden unterschiedlich verstanden – eine gemeinsame fachliche Grundlage gab es nicht.

Imkermethodik nach FreeTheBees

Die Methodik im Überblick

FreeTheBees hat hierfür eine Imkermethodik entwickelt. Eine strukturierte Klassifizierung, die erstmals zeigt,

  • welche Kriterien die Intensität der Bienenhaltung bestimmen,
  • wie stark menschliche Eingriffe das Leben der Honigbienen beeinflussen,
  • und wie sich unterschiedliche Haltungsformen ökologisch auswirken.

Referenz: Wermelinger, A., & Hörler, E. (2026). Die Imkermethodik nach FreeTheBees (Version 2020_06_03_de). FreeTheBees. https://doi.org/10.5281/zenodo.19019478

Download Tabelle: Imkermethodik inkl. Referenzen

Ziel der Imkermethodik

Unser Ziel ist nicht, die «beste» oder «richtige» Methode zu definieren. Die optimale Imkermethode gibt es nicht. Jede Form der Bienenhaltung bringt Vorteile, aber auch Grenzen mit sich – abhängig von Standort, Klima, Erfahrung und Zielsetzung des Imkers.

Die Imkermethodik hilft,

  • die eigene Haltung bewusst einzuordnen,
  • Verständnis für andere Ansätze zu entwickeln,
  • und eine gesunde Mischung zwischen Nutzung und Naturnähe zu finden.

Wir nennen das das «Sowohl-als-auch-Prinzip», die Mischbienenhaltung:

  • Eine zukunftsfähige Imkerei vereint Ertrag und Verantwortung.
  • Zum Beispiel: 80 % extensive Honigimkerei, 20 % naturnahe Haltung.
  • So bleibt der Honigertrag wirtschaftlich sinnvoll – und gleichzeitig trägt man zum Erhalt angepasster, gesunder Bienenvölker bei.

Mehr zur Anwendung der Imkermethodik

Hintergrund und Entwicklung

Die Imkermethodik wurde von FreeTheBees entwickelt, um der Imkerei eine klare fachliche Grundlage zu geben. Bis dahin fehlte in der Fachwelt eine einheitliche Definition dafür, was die Intensität der Bienenhaltung bestimmt.

Unsere Klassifizierung basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, praktischen Erfahrungen und Beobachtungen aus der Schweiz und vielen umliegenden Ländern. Sie orientiert sich an der Biologie der Honigbiene, an natürlichen Prinzipien, der Evolutionstheorie und an den Arbeiten führender Fachleute wie Prof. Thomas D. Seeley, Prof. Jürgen Tautz und vielen anderen hochkarätigen Wissenschaftlern und Praktikern mehr.

Die Methodik wird fortlaufend weiterentwickelt und ergänzt – mit dem Ziel,

  • die Imkerei als Kulturtechnik zu erhalten,
  • aber sie wieder stärker an den natürlichen Bedürfnissen der Honigbiene auszurichten.

Fazit und Aufruf zum Handeln

Die Zukunft der Honigbiene hängt nicht vom Entweder-oder ab, sondern vom Sowohl-als-auch. Integration und fachübergreifende Verbindung ist gefordert, nicht Trennung und Partikularinteresse.

Wer von den Bienen Honig erntet, trägt auch eine Verantwortung für die Natur. Eine vielseitige, differenzierte Imkerei schafft gesunde Völker, unterstützt stabile Ökosysteme und führt zu einer nachhaltigeren Balance zwischen Mensch und Biene.

FreeTheBees lädt alle Imker ein, ihre Haltung zu reflektieren und ruft zum eigenständigen Denken und Handeln auf – und Schritt für Schritt zu einer naturnäheren Imkerei beizutragen.

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