FAQ – FreeTheBees

Häufige Fragen über FreeTheBees

FreeTheBees ist eine unabhängige Schweizer Non-Profit-Organisation, die sich seit 2013 für den Schutz der Honigbiene als Wildtier einsetzt. Die Organisation verfolgt einen fachübergreifenden Ansatz, um das Bienensterben an der Wurzel zu lösen: durch Lebensraumschutz, natürliche Selektion und die Förderung nachhaltiger Imkermethoden. FreeTheBees verbindet dafür Forschung, Bildung und konkrete Schutzprojekte in der ganzen Schweiz

Die Mission von FreeTheBees ist es, die Honigbiene als Wildtier zu schützen und die natürliche Evolution der Art wieder zuzulassen. Dafür fördert FreeTheBees Lebensräume wie Baumhöhlen und Zeidlerbäume, dokumentiert wildlebende Völker über das Citizen-Science-Projekt Schutz und Forschung und setzt sich für eine «diversifizierte Imkermethodik» ein, die Arterhaltung und verantwortungsvolle Imkerei verbindet.

FreeTheBees ist die einzige Schweizer Honigbienenorganisation, die konsequent frei von imkerlichen Interessen agiert. Während traditionelle Imkerverbände die Honigertragsmaximierung fokussieren, stellt FreeTheBees die Rolle der Honigbiene als unersetzliches Wildtier und Bestäuber in den Mittelpunkt. Der Fokus liegt auf Arterhaltung, natürlicher Selektion und Habitatschutz. Die Bestäubungsleistung ist wichtiger als der Honigertrag.

Nein. FreeTheBees sieht Imkerinnen und Imker als «Schlüssel zur Wende» im Bienenschutz. Was FreeTheBees fordert, ist eine Transformation weg von der rein ertragsorientierten Haltung («Mono-Api-Kultur») hin zur «diversifizierten Mischbienenhaltung» entlang der FreeTheBees Imkermethodik. Dieses Modell vereint Schutz wildlebender Völker, Sicherstellung der Bestäubungsleistung und verantwortungsvolle Honiggewinnung.

Nein. FreeTheBees ist nicht gegen Honig, aber für ein radikales Umdenken in der Produktion. Der Verein akzeptiert Honiggewinnung bis zu dem Punkt, an dem die natürliche Anpassungsfähigkeit der Bienen nicht gefährdet wird. Im Modell der «diversifizierten Imkermethodik» wird ein Teil der Völker rein naturnah zur Arterhaltung und Sicherstellung der Bestäubungsleistung belassen, während mit dem anderen Teil extensiv Honig produziert werden kann. Empfohlen wird Konsumentinnen und Konsumenten der Kauf von nachhaltig erzeugtem, ökologischem Honig aus kleinen Strukturen.

Die Honigbiene als Wildtier

Ja. Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) ist ein Wildtier und bewohnt seit Jahrmillionen die Wälder Europas als eigenständige Art. In der Schweiz hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) sie im Jahr 2020 offiziell als heimische Wildtierart wiederanerkannt. Die in Bienenstöcken gehaltenen Völker entsprechen genetisch derselben Art, nur unter menschlicher Obhut. FreeTheBees setzt sich dafür ein, dass die Honigbiene als Nutztier verantwortungsvoller gehalten und als Wildtier geschützt und gefördert wird.

Ja. Das FreeTheBees-Projekt Wildtier Honigbiene – Baumhöhlen erforschen & Lebensräume schützen hat bisher über 400 Standorte wildlebender Honigbienenvölker in der Schweiz dokumentiert (Stand Ende 2025). Das ist die umfassendste systematische Datengrundlage zu wildlebenden Honigbienen in Europa. Die Erkenntnisse flossen 2025 in die Neubewertung der Honigbiene als «stark gefährdete Art» auf der Roten Liste der EU-27 ein. Beobachtungen können alle Interessierten als Citizen Scientists selbst melden. Zum Projekt Wildtier Honigbiene – Baumhöhlen erforschen & Lebensräume

Wildlebende Honigbienen unterscheiden sich äusserlich nicht von Imkerbienen, sie leben aber ohne menschliche Betreuung in natürlichen Hohlräumen wie Baumhöhlen, Felsspalten oder Mauer- und Dachnischen. Typische Hinweise sind regelmässiger Flugverkehr an einem Baumloch, Propolis-Spuren am Eingang und wiederkehrende Schwärme im Frühjahr. Wer ein Bienenvolk entdeckt, kann den Fund bei FreeTheBees melden und damit zur grössten europäischen Datenbank wildlebender Honigbienen beitragen.

Die natürliche Selektion ermöglicht es Bienenvölkern, sich an Umweltveränderungen, Krankheiten und Parasiten wie die Varroamilbe anzupassen. Durch imkerliche Eingriffe wie Zuckerfütterungen, künstliche Vermehrung oder flächendeckende Medikamentenbehandlung wird dieser Evolutionsprozess unterbrochen. In wildlebenden Populationen entwickelt sich hingegen nachweislich eine höhere Resilienz gegenüber Krankheiten, weil resistente Völker überleben und ihre Gene weitergeben.

Wildlebende Honigbienen sterben in der Schweiz in erster Linie wegen monotoner Landschaften, fehlender Nistplätze, diverser Umweltgifte und intensiver Imkerpraktiken. Für Wildbienen sind der Verlust artenreicher Blumenwiesen und spezialisierter Nistressourcen entscheidend: 90% der artenreichen Wiesen sind in der Schweiz verschwunden (Pro Natura). Für wildelbende Honigbienen fehlen insbesondere Baumhöhlen. Der genetische Druck von Zuchtbienen aus der Imkerei belastet zusätzlich. FreeTheBees setzt an allen drei Hebeln gleichzeitig an: Habitat, genetische Vielfalt, Schulung und Aufklärung. Mehr zum Bienensterben

Bienenhaltung & Imkermethodik

FreeTheBees hat neben wildlebenden Bienenvölkern alle bekannten Imkerpraktiken analysiert und daraus 5 unterschiedliche Haltungsmethoden abgeleitet. Die entsprechende Tabelle unterscheidet Intensitätsgrade in der Haltung. Auf der einen Seite dienen “wildlebende Honigbienen” als Referenzpunkt. Auf der anderen Seite setzt die “Intensive Honigimkerei” die Referenz. Dazwischen werden die Hauptmethoden “Naturnahe Bienenhaltung” und “Extensive Honigimkerei” abgeleitet. Zur FreeTheBees-Imkermethodik

Ausdrücklich NEIN! Die Methodik wurde für Imkerinnen, Imker und Naturfreunde entwickelt. Sie soll das Bewusstsein für die Intensität der Haltung fördern und aufzeigen, mit welchen Veränderungen man seine Haltungsform nach eigener Zielsetzung optimieren kann. Nach rechts wird die Haltung intensiver, der Honigertrag steigt, aber die Komplexität und das notwendig Imkerwissen steigen. Nach Links wird es einfacher, weniger zeitaufwändig, naturnäher, aber der Honigertrag bleibt aus.

Die Wahl der Behandlungsform wird sinnvollerweise an der Intensität der gewählten Imkermethodik ausgerichtet. Wer Bienen intensiver hält und von ihnen mehr Honigertrag erwartet, kommt kaum um ein Varroabehandlung herum. Wer die Bienen der Natur überlässt, muss und darf nicht behandeln. Für die Extensive Honigimkerei empfiehlt FreeTheBees chemiefreie, aber sehr wirksame Eingriffe nach Dr. Ralph Büchler, konkret sind dies die Komplette Brutentnahme und das Bannwabenverfahren. Zur FreeTheBees-Imkermethodik

Die Wahl des entsprechenden Bienenhabitates ist zentral. Sie erfolgt nach der Wahl der entsprechenden Bienenhaltungsmethodik entlang der FreeTheBees Imkermethodik. Wildlebende Honigbienen gehören in ein möglichst naturnahes Habitat wie eine Baumhöhle. Naturnah gehaltene Honigbienen profitieren von diffusionsoffenen Beutendeckeln und von einer guten Isolation. Bei der Extensiven Honigimkerei wählt man eine einigermassen gutisolierte Beute, meist jedoch rechteckig und mit mobilen Wabenrähmchen versehen. Konventionelle Imker mit Interesse an einem möglichst hohen Honigertrag setzen auf konventionelle Beutensystem wie Dadant, Segeberger, Schweizerkasten, etc. Die sind auf Imkerkomfort ausgerichtet, bieten den Bienenbedürfnissen in Sachen Artgerechtigkeit aber kaum mehr gerecht.

Ja, Honigbienen können mit der Varroamilbe koexistieren, wenn sie in geeigneten Habitaten leben und der natürlichen Selektion unterworfen sind. Wissenschaftliche Studien, nichtbehandelnde Imker und die Beobachtungen wildlebender Völker belegen das eindrücklich. Das Schwärmen ist dabei ein zentraler natürlicher Mechanismus zur Reduktion des Parasitendrucks: Beim Schwarmakt unterbricht die Brutpause den Vermehrungszyklus der Milbe. Mehr zum Thema Bienenbehandlung

 

Bienen im Garten & Alltag

Im Garten helfen Sie Bienen am wirksamsten mit einheimischen Blütenpflanzen, offenen Bodenstellen und einem Verzicht auf Pestizide. Wichtig ist Kontinuität: ein durchgehendes Blütenangebot von März bis Oktober. Lassen Sie verblühte Stauden über den Winter stehen, das bietet Nistmaterial und Überwinterungsquartiere. Mit dem Bee-Finder können Sie gezielt Pflanzen auswählen, die an Ihrem Standort vorkommende Wildbienen fördern. Mehr zu bienenfreundliche Pflanzen

Einheimische Wildpflanzen sind für Bienen deutlich wertvoller als Zuchtformen oder exotische Zierpflanzen. Top-Pflanzen sind Wildform-Karde, Natternkopf, Wiesensalbei, Glockenblume, Wilde Möhre, Skabiose, Klee und heimische Obstbäume. Gefüllt blühende Zuchtformen enthalten oft weder Pollen noch Nektar und sind für Bienen nutzlos. Mehr zu bienenfreundliche Pflanzen

Häufige Fragen zur Unternehmenspartnerschaft

Das hängt vom Standort und der Haltungsmethode ab. In Gebieten mit hohem Bienendruck kann ein zusätzliches Honigbienenvolk die Nahrungskonkurrenz für bedrohte Wildbestäuber erhöhen. Bienenprojekte sind deshalb nicht per se falsch, müssen aber ökologisch und in Bezug auf die Haltungsbedingungen klug gestaltet sein: mit reduzierter Bienendichte, artgerechterer Haltung und ergänzenden Massnahmen für Wildbienen und Habitate. Genau das ist der Ausgangspunkt für eine Partnerschaft mit FreeTheBees.

Drei Fragen helfen bei der Einschätzung:
Ist das Projekt primär am Imkerkomfort ausgerichtet oder an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bienen? Welche Haltungsmethodik liegt zugrunde: intensive oder extensive Honigimkerei, naturnahe Bienenhaltung oder die Förderung wildlebender Bienenvölker? Und wurde regional geprüft, ob eine überhöhte Honigbienendichte bestehende Wildbienenarten konkurrenziert?
FreeTheBees analysiert bestehende Bienenprojekte und zeigt auf, wie diese mit gezielten Anpassungen eine nachweisbare ökologische Wirkung erzielen können.

FreeTheBees ist nicht primär an der Honigproduktion ausgerichtet. Unser Ziel liegt in einer nachhaltigeren, verantwortungsbewussteren und artgerechteren Bienenhaltung. Im Fokus steht zunächst die naturnahe Erbringung der ökologisch und ökonomisch wertvolleren Bestäubungsleistung. Erst an zweiter Stelle kommt die nachhaltige Honiggewinnung. Unsere Unabhängigkeit von Imkerinteressen macht die Partnerschaft ESG-technisch robuster: politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert, ohne Interessenkonflikte. Wir wollen nicht Ihr bestehendes Projekt ersetzen und auch nicht den Imker Ihres Vertrauens in Frage stellen. Aber wir beraten gerne und schulen ihre Imkerin oder Imker und zeigen auf, wie das Projekt mit geringfügigen Anpassungen stark an Wirkung zulegen kann.

Abhängig von der Zusammenarbeit lassen sich belegen: Anzahl geförderter Baumhöhlen, Habitatfläche in Quadratmetern, Anzahl Citizen-Science-Teilnahmen, geleistete Volunteer-Stunden, Reichweite der Umweltbildung und Anzahl unterstützter Forschungsprojekte. Diese Zahlen sind direkt für ESG- und Nachhaltigkeitsberichte nutzbar.

SDG 15 (Leben an Land), SDG 13 (Massnahmen zum Klimaschutz), SDG 4 (Hochwertige Bildung) und SDG 17 (Partnerschaften). Die Zuordnung kann direkt in Nachhaltigkeitsberichte und ESG-Reportings übernommen werden.

Ja. FreeTheBees bietet Corporate-Volunteering-Einsätze an, zum Beispiel bei der Pflege des Bienen-Entdeckungspfads oder bei konkreten Habitatprojekten im Wald. Das verbindet Mitarbeitenden-Engagement mit messbarer Umweltwirkung und eignet sich gut für die interne Nachhaltigkeitskommunikation.

FreeTheBees unterstützt bei der Aufbereitung der Partnerschaft für ESG-Reports, CSR-Berichte und Employer-Branding-Massnahmen. Konkrete Projektzahlen, Bildmaterial und fachliche Hintergrundinformationen stehen zur Verfügung.

Mitmachen & Unterstützen

Sie können FreeTheBees durch eine Mitgliedschaft ab CHF 50.– pro Jahr, durch Einzelspenden, als Freiwillige oder über ein Legat unterstützen. Firmen werden Partner oder engagieren sich aktiv an Mitmachtagen. Jeder Beitrag fliesst direkt in Lebensraumschutz, Forschung und Bildungsarbeit für die Honigbiene als Wildtier. Zur Mitgliedschaft · Spenden · Für Unternehmen

Eine Mitgliedschaft bei FreeTheBees ist ab CHF 50.– pro Jahr möglich und kann direkt online abgeschlossen werden. Mitglieder erhalten das FreeTheBees-Bulletin, Einladungen zu exklusiven Events und Zugang zur Citizen-Science-Community. Zur Mitgliedschaft

Ja, Spenden und Mitgliedsbeiträge an FreeTheBees sind in der Schweiz steuerlich absetzbar, da der Verein als gemeinnützig anerkannt ist. Details zur Handhabung pro Kanton finden Sie auf der offiziellen Webseite der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

Die Teilnahme am Projekt «Wildtier Honigbiene – Baumhöhlen erforschen & Lebensräume schützen» ist kostenlos und für alle möglich, die sich für wildlebende Honigbienen interessieren. Nach einer kurzen Einführung melden Teilnehmende Standorte wildlebender Völker, besuchen diese dreimal jährlich und dokumentieren ihre Beobachtungen in einer App. Aktuell sind über 188 Freiwillige an mehr als 400 Standorten in der Schweiz aktiv. Zum Projekt

Ja, Unternehmen können FreeTheBees als finanzielle Partner, Projektpartner oder durch Team-Mitmachtage unterstützen. Partnerschaften sind auf gemeinsame Wirkung ausgerichtet: von der Finanzierung konkreter Habitatprojekte bis zu Mitarbeitendentagen im Freien. Mehr dazu

Ja, Legate sind eine der wichtigsten Stützen für die langfristige Arbeit von FreeTheBees. Als gemeinnütziger Verein ist FreeTheBees in der Schweiz von der Erbschaftssteuer befreit. Das heisst, 100% Ihres Legats fliesst in den Bienenschutz. Für Fragen zur Formulierung steht das Team persönlich zur Verfügung. Mehr dazu