Bienensterben – FreeTheBees

Das Bienensterben verstehen

Das Bienensterben wird in der Öffentlichkeit verzerrt betrachtet. Ursachenbasierte Lösungen erfordern ein klares Verständnis der Problematik. Konkret der sichtbaren Symptome und der dahinterliegenden Ursachen.

ÜBERBLICK

Die Honigbiene verschwindet nicht – sie wird heute so intensiv gehalten wie nie zuvor. Was verschwindet, sind wildlebende Populationen und viele andere Bienenarten. Ursprünglich gab es mehr als 600 heimische Bienenarten in der Schweiz.

Staatenbildende Honigbiene

99% wildlebend ausgestorben ¦¦ 20% Winterverluste in der Imkerei (normal wären 10% Winterverlust) ¦¦ 50% Spitzenverlust im Winter 2011/12 ¦¦ Heimische Ursprungsrasse (angepasste Biene) verdrängt ¦¦ Importrassen eingeführt (wirtschaftlich interessantere Biene)

Meist solitär lebende Wildbienenarten

10% (über 60 Arten) ausgestorben ¦¦ 45% (ca 300 Arten) gefährdet (Felix Amiet, 1994) ¦¦ Neue Datenerhebung wegen anderer Messmethode nicht vergleichbar, aber ähnliche Zahlen

DIE URSACHEN DES BIENENSTERBENS

Umweltgifte & Monokulturen

Umweltgifte aller Art, insbesondere auch die Pestizide, schaden den Bienen direkt und langfristig. Monokulturen der Landwirtschaft (bspw. Raps) führen zu Hungerzeiten und Mangelernährung.

Moderne Zivilisation

Die Schweiz wird mit einer Geschwindigkeit von 1m2 Beton pro Sekunde überbaut. Grünflächen nehmen ab (nicht so die Waldfläche).

Globalisierung

Globalisierung

Krankheiten und Parasiten können innert weniger Stunden auf dem ganzen Erdball verbreitet werden. Der Natur ausgesetzte Arten müssen sich schneller anpassen, als früher.

DIE URSACHEN DES HONIGBIENENSTERBENS

Intensive Waldwirtschaft

Unsere Wälder sind stark auf forstwirtschaftliche Aspekte getrimmt: Junge Baumbestände und mangelnde Artenvielfalt.

Der Imker als Hauptfeind der Honigbiene

Imkerinnen und Imker nutzen die Honigbiene zur Honiggewinnung. Dabei wenden sie ertragssteigernde Eingriffe an, die allesamt vergleichbar sind mit der intensiven Viehzucht.

DAS PARADOXON DER HONIGBIENE

Nie zuvor wurden in der Schweizer Natur so viele Honigbienen verzeichnet, wie sie heute in der Imkerei gehalten werden – und trotzdem sprechen wir vom Bienensterben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Die Schweiz verzeichnet massiv hohe Dichten von imkerlich gehaltenen Honigbienen
  • Die wirtschaftlich genutzten Honigbienen stehen in Konkurrenz zu den Wildbienen beständen
  • Erste Krankheitsübertragung von Honigbienen zu Wildbienen zeigen sich
  • Die Bienen in der Imkerei unterliegen überdurchschnittlich hoher Winterverlustraten
  • Natürliche und wildlebende Honigbienen-Populationen gibt es in der Schweiz kaum mehr

Paradox? 

Die wirtschaftlichen Kriterien unterliegende intensive Honigimkerei der Schweiz wird paradoxerweise fast ausschliesslich als «Hobby» betrieben. Wirtschaft und ökologisch betrachtet wäre die Bestäubungsleistung sehr viel wichtiger als der Honigertrag. Und gerade die Bestäubungsleistung wäre durch die Imkerschaft sehr viel naturnäher erbringbar, als die Honiggewinnung!

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