FOKUS: Weniger Eingriffe, mehr Resilienz: Lehren aus dem Low-Intervention-Beekeeping
Zusammenfassung der Bienen ohne Grenzen Konferenz mit Paul Honigmann
Less is more. Drei Worte, die im Widerspruch zu einer Gesellschaft stehen, die ständig nach «mehr» ruft: mehr Behandlungen, mehr Kontrolle, mehr Eingriffe. Doch die Honigbiene überlebte Millionen Jahre ohne uns – die letzten 200 Jahre nicht dank uns, sondern trotz uns. Paul Honigmann zeigte in unserer «Bienen ohne Grenzen»-Konferenz eindrücklich: Wer den Bienen weniger aufzwingt, erhält widerstandsfähigere Völker. Resilienz entsteht durch Vertrauen in das, was die Evolution geschaffen hat.
Diese Einsicht zieht sich durch diese Ausgabe. Benedikt Arnold berichtet von seiner Zeidler-Reise nach Polen – dort, wo jahrhundertealtes Wissen noch lebt. 188 Freiwillige dokumentieren im Swiss BeeMapping, wie wildlebende Völker ohne Imkerhand überleben. Wir haben die wahrscheinlich grösste wissenschaftliche Datensammlung über wildlebende Honigbienen in Europa aufgebaut. Die Überlebensraten hierzulande sind im Gegensatz zu anderen Ländern wie Frankreich und England beängstigend gering – aber sie zeigen uns den Weg.
Mit der Zusammenführung von Swiss BeeMapping und Baumhöhlenprojekt schlagen wir ein neues Kapitel auf. Monitoring und aktiver Schutz – zwei Seiten derselben Medaille. Hinter jedem Datenpunkt steht ein Mensch. Eine Freiwillige, die dreimal jährlich zu «ihrem» Baum wandert. Ein Baumpfleger, der SwissTrees am Steilhang trägt. Menschen, die nicht nach Anerkennung rufen, sondern einfach tun. Sie sind das Herz dieser Bewegung.
Der Frühling lehrt uns: Neuanfang bedeutet nicht, alles über Bord zu werfen. Sondern das Bewährte zu bewahren – und den Mut zu haben, Überholtes loszulassen. Genau dafür steht FreeTheBees.
Viel Spass beim Lesen dieser Frühlingsausgabe!
Herzlichst,
André Wermelinger


